Betriebsbüchereien der Wiener Linien

Betriebsbüchereien der Wiener Linien Die ersten Büchereien wurden bereits in den 1920er Jahren gegründet.

Zwischen Bim und Bus

Seit den 1920er Jahren gibt es in den Betriebsbahnhöfen und Werkstätten der Wiener Linien Büchereien. Mittlerweile hat sich die Zahl der Betriebsbüchereien auf sieben reduziert, entliehen werden können von den MitarbeiterInnen neben Büchern auch AV-Medien.

 

Bildung für die arbeitende Bevölkerung

Ihren Ursprung haben die Betriebsbüchereien der Wiener Linien in den Arbeiterbildungsvereinen. Diese wurden ab dem Jahr 1867 gegründet und verschrieben sich – neben sozialen und geselligen Vorhaben – vor allem der Bildungsarbeit. Wann genau die Betriebsbüchereien der Wiener Linien gegründet wurden, ist allerdings unklar. Lediglich aus Erzählungen und Protokollbüchern kann man schließen, dass die ersten Betriebsbüchereien wohl in den 1920er Jahren ins Leben gerufen wurden. Nach dem Krieg erfolgten dann sehr rasch Neugründungen. In den Nachkriegsjahren besaßen viele Bahnhöfe und Betriebsgaragen eine eigene kleine Bücherei.

 

Zusammenlegungen und Schließungen

1992 hatten noch 24 Büchereien geöffnet, immer mehr Einrichtungen wurden allerdings über die Jahre geschlossen. 2007 gab es noch 20 Bibliotheken, deren Zahl nach einer mit dem Büchereiservice des ÖGB durchgeführten Reorganisation auf zehn reduziert wurde. Mittlerweile sind, auch aufgrund von Zusammenlegungen von Dienststellen oder Pensionierungen, nur noch sieben Betriebsbüchereien der Wiener Linien geöffnet: Drei sind in den Bahnhöfen Hernals, Favoriten und Rudolfsheim untergebracht, zwei in der Haupt- und Oberbauwerkstätte in der Awarenstraße in Simmering, eine weitere findet sich in der Garage Leopoldau und eine in der Direktion in der Erdbergstraße.

 

Vom Buch bis zur DVD

Befanden sich früher ausschließlich Bücher im Bestand, werden nun alle Medien angeboten, auch CDs, DVDs oder Hörbücher. Inhaltlich hat sich ebenfalls viel verändert. Jetzt gibt es in den Beständen der Betriebsbüchereien der Wiener Linien aktuelle Belletristik ebenso wie Kinder- und Jugendbücher oder Reiseliteratur. In den Regalen stehen aber auch viele Sachbücher, etwa über Geschichte und Politik oder, nicht ganz unerwartet, über Schienenfahrzeuge.

 

Verschärfung in der Corona-Pandemie

Insgesamt 8.700 MitarbeiterInnen haben die Wiener Linien. Etwas mehr als 700 nutzen regelmäßig die Betriebsbüchereien, die oftmals nur einige Stunden in der Woche geöffnet haben, und borgen dort Medien für sich und ihre Familien aus. Nicht nur wegen der geringen Öffnungszeiten, sondern auch durch die Reduktion der Standorte sind allerdings LeserInnen verlorengegangen. Die Corona-Pandemie hat die Situation der Betriebsbüchereien mit ihren rund 18.000 Medien weiter erschwert. Durch Home-Office-Regelungen waren manche Büchereien überhaupt nicht geöffnet, auch die wenigen Veranstaltungen fielen weg.

 

Die Zukunft der Betriebsbüchereien

Wie es mit den Betriebsbüchereien der Wiener Linien weitergeht, wird sich in der Zukunft weisen. "Der Erfolg hängt vom Engagement eines jeden einzelnen Büchereileiters ab", weiß Eva Auterieth, die viele Jahre als Sektionsleiterin die Interessen der Büchereien bei den Wiener Linien vertrat. "Und natürlich auch ganz maßgeblich von der Unterstützung durch unseren Geldgeber!"

 

Mehr über die Betriebsbüchereien der Wiener Linien können Sie in der Bücherschau Nr. 225 nachlesen. Ab der Seite 101 finden Sie eine Langfassung dieses Textes.