Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2025

Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2025 Der Hauptpreis geht an Oliver Jens Schmitt für "Moskaus westliche Rivalen".

Historische Linien

Den Hauptpreis des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch erhält 2025 Oliver Jens Schmitt, der Preis für das publizistische Gesamtwerk geht an Monika Helfer und Michael Köhlmeier. Für besondere verlegerische Leistungen wird der Verlag Jung und Jung ausgezeichnet. Den Sonderpreis "Arbeitswelten – Bildungswelten" bekommen Johann Dvořák, Sabine Lichtenberger und Brigitte Pellar, mit dem Anerkennungspreis wird Martin Prinz geehrt.

Hauptpreis an Oliver Jens Schmitt

Der Schweizer Osteuropa-Historiker Oliver Jens Schmitt erhält den Hauptpreis für sein Werk "Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer" (Klett-Cotta, 2025). "Bemerkenswert detailreich und verständlich macht das Buch historische und ideengeschichtliche Linien sichtbar", heißt es in der Jurybegründung über die Studie, die 800 Jahre europäische Geschichte umfasst – von der Kyjiver Rus bis zum gegenwärtigen Krieg gegen die Ukraine. "Schmitts Analyse schärft unser Verständnis der gegenwärtigen Konflikte und eröffnet neue Einsichten in Europas geopolitische Herausforderungen."

Preis für das publizistische Gesamtwerk an Monika Helfer und Michael Köhlmeier

Der Preis für das publizistische Gesamtwerk wird heuer an Monika Helfer und Michael Köhlmeier vergeben, zwei der wichtigsten literarischen Stimmen Österreichs. Die vielfach ausgezeichnete Autorin Monika Helfer hat ein reiches Œuvre aus Romanen, Erzählungen und Kinderbüchern geschaffen und gehört zu den bedeutendsten Autor:innen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Michael Köhlmeier zählt zu den prägenden Erzählern seiner Generation; seine Arbeit umfasst Romane, zahlreiche erzählerische Nacherzählungen klassischer Mythen und einen breiten publizistischen Beitrag zur Vermittlung von Kultur und Geschichte. "Gemeinsam als durch ihr Leben und Schreiben verbundenes Künstlerpaar vereinen sie Einfühlungsvermögen und erzählerische Kraft", heißt es in der Jurybegründung.

Der Verlag Jung und Jung wird für verlegerische Leistungen geehrt

Der Sonderpreis für besondere verlegerische Leistungen geht an den Verlag Jung und Jung. Der Verlag widmet sich deutschsprachiger Gegenwartsliteratur — mit einem klaren Schwerpunkt auf österreichische und junge Autor:innen. "Konsequent setzt er auf literarische Qualität, programmatische Klarheit und gesellschaftliche Relevanz", so die Jurybegründung. "In einer von ökonomischem Druck geprägten Buchlandschaft behauptet der Verlag ein eigenständiges Profil und steht für verantwortungsbewusstes, kontinuierliches und kulturpolitisch relevantes Verlegen.

Sonderpreis an Johann Dvořák, Sabine Lichtenberger und Brigitte Pellar

Der Sonderpreis "Arbeitswelten – Bildungswelten" geht an Johann Dvořák, Sabine Lichtenberger und Brigitte Pellar für ihr umfassendes Werk "Richard Robert Wagner. Gewerkschaft, Bildung und die politische Kultur der Moderne in Wien" (Böhlau, 2025). "Die drei Historiker:innen legen mit einer kommentierten zweibändigen Werkauswahl Richard Robert Wagners einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Wiener Moderne vor", erklärt dazu die Jury. "Mit diesem Buchprojekt werden erstmals verschüttete und auch verdrängte Theorieansätze zur Bildungstätigkeit der österreichischen Arbeiter:innenbewegung freigelegt."

Anerkennungspreis an Martin Prinz

Der Anerkennungspreis wird heuer an Martin Prinz für seinen Roman "Die letzten Tage" (Jung und Jung, 2025) vergeben. "Die Eskalation der Gewalt am Ende des Zweiten Weltkriegs nahm unvorstellbare Ausmaße an: Todesmärsche von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeiter:innen durchzogen Österreich, willkürliche Standgerichte wüteten noch im Angesicht der völligen Niederlage des NS-Regimes. Der österreichische Autor Martin Prinz richtet mit seinem Roman den Fokus auf ein solches Endphasenverbrechen der Nazis im April 1945", informiert die Jury: "Gerade weil der Erzählduktus kühl und sachlich gehalten wird, schafft Prinz mit diesem Roman ein Werk, das aufrüttelt und die Öffentlichkeit wachhält – im Sinne einer aufklärenden und nachhaltigen Gedenkarbeit, wider das Verdrängen und Vergessen."


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