Georg-Büchner-Preis 2020

Georg-Büchner-Preis 2020 Elke Erb erhielt die hoch dotierte Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

Poetischer Sachverstand

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vergibt den Georg-Büchner-Preis 2020 an die Schriftstellerin Elke Erb. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wurde am 31. Oktober 2020 in Darmstadt verliehen.

 

Unverwechselbares Lebenswerk

"Mit Elke Erb ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt", begründete die Jury ihre Entscheidung. "Elke Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeigt, beeinflusste mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West."

 

Umfangreiches Werk

Elke Erbs erste Buchveröffentlichungen waren "Gutachten, Poesie und Prosa" (1975) und "Der Faden der Geduld" (1978). Anfang der 1980er Jahre nahm sie Kontakt zur unabhängigen Friedensbewegung auf und gab unter anderem 1985 gemeinsam mit Sascha Anderson die aufsehenerregende Anthologie neuerer Literatur in der DDR "Berührung ist nur eine Randerscheinung" heraus. 1987 veröffentlichte Erb den von der Kritik als epochal bezeichneten Band "Kastanienallee. Texte und Kommentare". Nach der Wende erschien 1991 der Prosatext "Winkelzüge oder Nicht vermutete, aufschlussreiche Verhältnisse". 1995 folgten politische, autobiografische und poetologische Reflexionen in dem Band "Der wilde Forst, der tiefe Wald. Auskünfte in Prosa" sowie zahlreiche Gedichtbände: etwa "Sonanz. 5 Minuten-Notate" (2008), "Das Hündle kam weiter auf drein" (2013) oder im letzten Jahr, 2019, "Gedichtverdacht", ihr jüngster Band mit Gedichten, Notaten, Selbstkommentaren, bei ihrem langjährigen Verleger Urs Engeler.

 

Über die Preisträgerin

1938 in einem kleinen Dorf in der Eifel geboren, übersiedelte Elke Erb in ihrem zwölften Lebensjahr nach Halle in der DDR. Nach dem Studium der Germanistik, Slawistik und Pädagogik arbeitete sie zunächst als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. Seit 1966 ist sie freiberuflich als Schriftstellerin und Übersetzerin vorwiegend aus dem Russischen tätig. Ihr reichhaltiges Werk versammelt Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte, Übersetzungen, Nachdichtungen, Herausgaben. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter 1988 mit dem Peter-Huchel-Preis 1988, 2011 mit dem Preis der Literaturhäuser 2011 sowie mit Ernst-Jandl-Preis 2013. Heute lebt sie in Berlin und Sachsen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Foto: Elke Erb (c) Gerald Zoerner